Eine Jacke namens „Wildblume“

Vor drei Wochen lud mich Anja vom Label „Die Wilde Matrossel“ zum Probenähen ein. Das Schnittmuster „Wildblume“, eine leichte Jacke mit Wasserfallkragen, ist nun auf dem Markt. Ihr wisst ja, wie gern ich  einfallsreiche Namen lese – und dieser ist einfach herrlich. Er weckt sofort den Wunsch nach Frühling und Sonnenstrahlen.

Probenähen – Was ist das?

Beim Probenähen wird ein Schnittmuster auf Herz und Nieren getestet, bevor es in den Handel kommt. Dazu werden Personen mit unterschiedlicher Statur und Größe ausgewählt, die mit Probestoff ein Modell nähen. Anschließend wird die Passform überprüft und das Schnittmuster kann vom Ersteller angepasst werden.

In diesem Fall war es so, dass etwa 80 Personen an einer Facebook-Gruppe teilnahmen und dort die erste Version des Schnittmusters erhielten. Nun sollte dokumentiert werden, wie viel Stoff man für welche Größe verbrauchte. Bei mir sind drei solcher Probejacken entstanden, an denen leider immer die Ärmel zu eng waren oder Falten warfen. Nachdem Anja das Schnittmuster angepasst hatte, saß es in allen Größen perfekt. In der Facebookgruppe gab es einen regen Austausch von Fotos und Tipps wie „Nimm nichts Fremdes von Süßen“.

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Drei Testjacken entstanden während des Probenähens.

Die Stoffauswahl

Ursprünglich war es so gedacht, dass die Wildblume auch aus nicht dehnbarem Material genäht werden konnte. Doch da es immer wieder Probleme mit der Passform der Ärmel gab, mussten wir uns auf dehnbare Stoffe beschränken. Vom dünnen Kunstlederimitat bis hin zu einem kuscheligen Kunstfell war alles dabei. Auch Scuba, ein neoprenartiger Stoff, eignet sich sehr gut dafür.

Mein viertes Modell entstand aus einem blauen Satinjersey. Dieser seidige Stoff fällt vorne am Kragen wunderschön. Das fünfte Modell wollte ich ein wenig rockiger haben. Dafür wählte ich ein elastisches Lederimitat für die Ärmel und die Passe am Rücken. Der Rest ist ein Feinstrick mit dezentem Leopardenmuster.

Das Schnittmuster

Die Anleitung ist wunderschön gestaltet. Sie ist übersichtlich und erklärt mögliche Problemstellen sehr gut. Anja gibt darin auch hilfreiche Tipps zu Nadelposition und Stoffauswahl. Der Schnitt besteht aus vier Teilen: Vorderteil, Rückenteil, Passe und Ärmel. Wer möchte, kann die Ärmel weglassen und eine Weste nähen. Die Teile sind relativ schnell ausgeschnitten und zusammengenäht. Es gibt eine Stelle, an der Passe und Kragen aneinandergenäht werden, die Feingefühl erfordert. Durch die Erklärung mit Bildern hat es allerdings bei all meinen Modellen problemlos hingehauen.

Ich finde den Preis von etwa neun Euro gerecht, da wirklich viel Arbeit darinsteckt und die Jacke, je nach Stoffart, sehr wandelbar ist. Das Schnittmuster gibt es als Ebook zum Selbstausdrucken und zusammenkleben. Allerdings kann man sich auch einen Papierschnittbogen kaufen, was viele sicherlich praktischer finden. Wer lieber auf der Handarbeitsplattform Makerist kauft, wird hier fündig.

Verlinkt wird der Beitrag bei der Wilden Matrossel, bei Rari Näht , beim Creadienstag und auch bei handmadeontuesday. Außerdem zeige ich mein Werk in der Makerist Werkschau sowie in der Facebookgruppe der Wilden Matrossel „Flugschule der wilden Matrossel“. Ach, und das wichtigste hätte ich fast vergessen! Es gibt ein megatolles Lookbook, in der auf über 200 Seiten alle Wildblumen gezeigt werden, die während des Probenähens entstanden sind.

Den blauen Satinjersey habe ich lokal beim Textil Müller in Kritzendorf gekauft, den Lederjersey und den Leo-Strickstoff online bei Buttinette.

 

 

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